Kinder- Jugend- und Familien freundliche Stadt

Jahr für Jahr werden weniger Kinder geboren und wir Eberbacher werden im Schnitt immer älter! Eine Bevölkerungsentwicklung ohne Zukunft! Zwar kann der Gemeinderat nicht die gesellschaftlichen Grundeinstellungen verändern, aber wir können unseren Teil dazu beitragen ein Umfeld und ein Klima zu schaffen, in dem es wieder Spaß macht, sich für Familie und Kinder zu entscheiden.

Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder unter drei Jahren waren lange Zeit im Ländle ein Tabu, da das klassische Familienbild die Frau als Mutter und Hausfrau sieht.. Sicher ist es optimal, wenn die Kleinen in den ersten Jahren von Mutter oder Vater betreut werden.. Aber viele junge Frauen wünschen sich eine berufliche Entwicklung oder sind auf den Verdienst angewiesen. Für sie gilt es Strukturen zu schaffen, die es möglich machen, beides, Beruf und Kinder, zu vereinbaren. Die Erfahrung – auch in anderen Ländern -  zeigt, dass Kinder auch in guten Kinderkrippen ohne seelische Schäden aufwachsen können

Es reicht aber nicht, jetzt so und so viele Krippen- und Kindergartenplätze nachzuweisen. Es muss auch für optimale Qualität gesorgt werden. Es reicht eben nicht,  1 oder 2 Kleinkinder in einer viel zu großen Kindergartengruppe irgendwie mitlaufen zu lassen. Wir befürworten die Einbindung von Kleinkindern in Kindergartengruppen nur, wenn die Gruppen so klein sind, dass eine individuelle Zuwendung sicher ist. Selbstverständlich muss die Einrichtung auch baulich so umgestaltet werden, dass sie den Bedürfnissen der Kleinsten gerecht wird.

Kindergärten sind heute ein wichtiges Mittel zur sozialen Erziehung, zur Integration von Immigrantenkinder, zur Sprachförderung und zur vorschulischen Bildung. Besonders die Sprachförderung muss ausgebaut werden, damit alle Kinder dem späteren Grundschulunterricht zumindest sprachlich folgen können. Dafür sind die Kindergarten­gruppen mit bis zu 24 Kindern derzeit noch viel zu groß. Bevor bei sinkenden Kinderzahlen weitere Kindergartengruppen geschlossen werden, muss die Größe der vorhandenen Gruppen verringert werden. Das kostet natürlich Geld, muss aber Vorrang haben

Nach und nach muss auch der Kindergartenbeitrag abgebaut werden. Kindergärten stehen den Schulen in ihrer Bedeutung in nichts nach. Es ist nicht einzusehen, wieso die Schulen gratis aber die Kindergärten kostenpflichtig sind. Wir setzen uns dafür ein, dass in einem ersten Schritt das letzte Kindergartenjahr kostenfrei wird. Die dafür anfallenden Kosten sind überschaubar.

Bei den Schulen haben wir zwar keinen Einfluss auf die Klassengrößen, wohl aber auf  die Gebäude, die Lernmittel und den Ganztagsbetrieb. Hier ist in den letzten Jahren von der Stadt erfreulich viel geleistet worden. Es muss weitergehen! Noch wird am HSG in einem Hauptgebäude aus den Sechzigern unterrichtet. Hier ist nach über 40 Jahren eine Grundrenovierung und Modernisierung dringend notwendig. Der Bau von Schulmensen im Steigeschulzentrum und am HSG ist zu begrüßen, aber das Mittagessen sollte auch für alle finanzierbar sein. Das Schulessen muss so stark subventioniert werden, dass es für alle erschwinglich ist.

Das Eberbacher Jugendhaus hat sich erfreulich entwickelt, seit es vom Verein Postillon betreut wird. Die Räume im Keller der Dr.Weiss-Schule sind aber nicht optimal. Wir befürworten eine Verlegung in geeignete Räume im Bereich des Steigeschulzentrums. Die Öffnungszeit, derzeit 4 Nachmittage, müssen ausgeweitet werden.

Vereine leisten einen wichtigen Beitrag bei der Sozialisation. Wir würdigen die ehrenamtliche Tätigkeit in den Vereinen und  unterstützen die Erhöhung der Jugendförderung. Die beiden Fußballvereine und die Leichtathletikabteilung des Turnvereins betreuen zusammen ca. 350 Jugendliche. Die Situation unserer Sportplätze und Leichtathletikanlage in der Au ist seit Jahren unbefriedigend. Wir haben uns schon in der Vergangenheit für eine Verbesserung der Trainingsbedingungen in der Au eingesetzt. In den nächsten beiden Jahren  muss es darum gehen, die Trainingsbedingungen z.B. durch einen Kunstrasenplatz und eine neue Laufbahn deutlich zu verbessern.

Im intakten Wohnumfeld gibt es sie noch, die selbstverständliche Hilfe zwischen Nachbarn. Aber nicht mehr überall funktioniert dieser Kontakt „über den Gartenzaun“ und manchmal weiß der Nachbar auch keinen Rat. Vielleicht könnte ja Herr Maier helfen, der am andern Ende der Stadt wohnt, aber den kennt man leider gar nicht. Hier kann eine Vermittlungsbörse die Verbindung herstellen: Man gibt an, welche Hilfe man sich wünscht und auch, wobei man selbst helfen kann. Die Mitarbeiter der Vermittlungsbörse führen die passenden Partner zusammen. So lässt sich gegenseitige bürgerschaftliche Hilfe optimal nutzen. Wenn die Stadtverwaltung eine solche Vermittlungsbörse nicht selbst einrichten will (Personalkosten!), kann sie zumindest die Bildung eines Verein anregen und unterstützen, der auf diesem Feld arbeiten will.

Eltern mit Kinderwagen, Senioren und Mitbürger mit Körperbehinderungen, für sie ist Beweglichkeit  nur möglich, wenn die Wege barrierefrei sind. Hier ist noch viel zu tun, auch wenn die unendliche Geschichte des Fahrstuhls am Bahnhofsteg endlich doch ein gutes Ende genommen haben sollte.

Zur Menschenfreundliche Stadt gehört auch eine Verkehrspolitik, die schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer besonders berücksichtigt und nicht jedes Verkehrsproblem nur aus der Autofensterperspektive betrachtet. Wir setzen und dafür ein, ein vernetztes System von Radwegen, (wo das nicht geht) von Schutzstreifen und verkehrsberuhigten Straßen zu schaffen, wodurch das Radfahren sicherer und bequemer wird.

Dazu hat die AGL in Zusammenarbeit mit dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) in den derzeit laufenden Beratungen zum Generalverkehrsplan ein umfassendes Konzept vorgelegt. Jeder Kilometer in unserer Stadt, der nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt wird, ist ein Gewinn:
weniger Lärm, weniger Abgase, weniger Energieverbrauch, weniger Gefährdung und nicht zuletzt ein Beitrag zu eigenen Gesundheit!